Wachstum der Wolfspopulationen nicht weiter laufen lassen

CDU Kreisvorsitzende Christel Bartelmei fordert aktives Wolfsmanagement

Fachforum Landwirtschaft mit Helmut Dammann-Tamke
Fachforum Landwirtschaft mit Helmut Dammann-Tamke

Zurzeit häufen sich die Wolfssichtungen in der Nähe von Ortschaften in Friesland, auch die Risse von Nutztieren nehmen zu. Ein Rudel hat sich aktuell zwar noch nicht manifestiert, allerdings sind mehrere Jungwölfe in unserer Region unterwegs.

Deshalb war es nicht überraschend, dass das Thema Wolf im Fachforum Landwirtschaft der CDU Friesland mit Helmut Dammann-Tamke, dem agrarpolitischen Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, breiten Raum einnahm.

Der Vorsitzende des Landvolkes Friesland, Hartmut Seetzen berichtete zusammen mit Landvolk-Geschäftsführer Manfred Ostendorf von der aktuellen Situation vor Ort, längst nicht alle Nutztierrisse kämen zur Anzeige: „Einige Tierhalter melden Nutztierrisse nicht aus Angst vor sehr aggressiv auftretenden Wolfsschützern.“

Helmut Dammann Tamke wundert das zunehmende Konfliktpotential zwischen Wolf und Mensch nicht.

Als er 2010 erstmals näher mit dem Thema befasst war, gab es 6 Rudel in Deutschland, die vornehmlich in der Lausitz unterwegs waren. „Inzwischen sind wir bei offiziell 166 Rudeln, davon sind in Niedersachsen 33 Rudel unterwegs und zusätzlich Jungwölfe auf der Suche nach neuen Territorien.“ Die jährliche Zuwachsrate betrage etwa 30 % des Bestandes.

„Um ein aktives Wolfsmanagement werden wir nicht herumkommen, wenn wir die Koexistenz von Wölfen und Menschen in der Kulturlandschaft Niedersachsens dauerhaft sichern wollen“, resümiert Dammann-Tamke. „Dazu gehört auch die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht und klare rechtliche Rahmenbedingungen für unsere Jagdausübungsberechtigten, um gezielt „Problemwölfe“ entnehmen zu können.“

Das europäische Schutzrecht für die Wölfe erlaubt durchaus eine Regulierung der Bestände, dazu muss aber ein robustes Wolfsmonitoring vorhanden sein und ein bundesweiter Mindesterhaltungszustand beschlossen werden. „Im Wolfsmonitoring ist Niedersachsen führend, die Feststellung des Erhaltungszustandes obliegt Bundesumweltministerin Svenja Schulze, die diesen Schritt nach wie vor blockiert.“

Der Konflikt droht weiter zu eskalieren, das konnten auch teilnehmende Landwirte und der Vorsitzende der Kreisjägerschaft Friesland / Wilhelmshaven, Jens Damm, bestätigen.

Katharina Jensen, selbst Landwirtin, moderierte die Veranstaltung: „Die Weidehaltung ist im Sinne des Tierwohls gewünscht, Moorschutz und Küstenschutz durch Schafe sind überlebenswichtig für unsere Region. Nach einer französischen Studie lernen Wölfe schnell, Herdenschutzmaßnahmen zu überwinden, es ist auch nicht möglich, in Friesland flächendeckend hohe Zäune zu ziehen oder dass am Deich angesichts der vielen Spaziergänger und Radfahrer Herdenschutzhunde eingesetzt werden.“

Helmut Dammann-Tamke begrüßt in seiner Eigenschaft als Präsident der niedersächsischen Landesjägerschaft, dass bei den wenigen genehmigten Abschüssen betroffene Tierhalter und der ausführende Jäger anonym bleiben. „Teile der Tierrechtlerszene radikalisieren sich massiv. Da werden Tierhalter mit dem Tod bedroht oder Hochsitze angezündet.“ Vor diesem Hintergrund kritisiert er die Auskunfts-Klage der Grünen beim Staatsgerichtshof, die diese Gefahren ignoriere.

Die CDU-Kreisvorsitzende Christel Bartelmei begrüßt die Bemühungen der CDU-Landtagsfraktion in Sachen Wolf: „Der niedersächsische SPD-Umweltminister Olaf Lies hat mehrfach erklärt, dass er für ein aktives Wolfsmanagement steht. Jetzt müssen seinen Worten endlich Taten folgen! Ich rufe ihn dazu auf, seinen Einfluss auf die SPD-Bundesumweltministerin Svenja Schulze mit Nachdruck geltend zu machen, die schon seit Jahren die Feststellung eines sinnvollen Erhaltungszustands der Wolfspopulation in Deutschland blockiert.

Es geht auch nicht darum, den Wolf auszurotten, wie das manche Wolfsschützer suggerieren. Es geht darum, die Wolfspopulation, die in Deutschland keine natürlichen Feinde hat und durch die Nutztierhaltung stets einen gedeckten Tisch vorfindet, so zu regulieren, dass die Menschen dauerhaft in Koexistenz mit dem Wolf leben können und wollen. Hierbei haben wir keine Zeit mehr zu verlieren!“ 

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